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Konzept zur Berufsorientierung

des Sonderpädagogischen Förderzentrums

„Klaus Störtebeker“ Bergen auf Rügen


Die Berufsorientierung ist ein zentraler Bereich des Unterrichts, der nach sonderpädagogischen Grundsätzen erfolgt. Er berücksichtigt in besonderem Maß die individuelle Lernausgangslage der Schülerinnen und Schüler und zielt darauf, junge Menschen auf eine berufliche Tätigkeit vorzubereiten bzw. sie zu befähigen, eine Berufsausbildung zu beginnen.

Berufsorientierung im Unterricht stellt die Berufswahlvorbereitung in den Mittelpunkt. Dazu gehören Fragen der Berufswahl, Information über Berufe und ihre Anforderungen und Aussichten, über Wege der beruflichen Bildung. Einen wichtigen Schwerpunkt stellt das Bewusstmachen der eigenen Kompetenzen und die Unterstützung der Jugendlichen bei der Entscheidungsfindung dar. Formell ist Berufsorientierung im Fach Arbeitslehre / Technik im Lehrplan verankert - unter dem Begriff "Berufswahlvorbereitung".


Jahrgangsstufe 5 / 6
        

-         praxisorientiertes Lernen - dabei Auseinandersetzen mit Berufen im privaten und familiären sowie im lokalen Umfeld (Projekttage: „Berufe der Insel Rügen“)

-         kennenlernen beruflicher Perspektiven durch Betriebs- und Arbeitsplatzbesichtigungen

-         Bearbeitung altersangemessener Aufgaben mit Bezug zur Lebens- und Arbeitswelt in allen Gegenstandsbereichen des Unterrichts


Jahrgangsstufe 7 bis 10BR

-         zielgerichtete Vorbereitung auf den Übergang zur beruflichen Bildung

-         dokumentieren der Ergebnisse ihrer Arbeit bis zum Ende ihrer Schullaufbahn

 (Portfolio à Berufswahlpass)

-         Bewerbungsunterlagen anfertigen, zusammenstellen (Lebenslauf, Bewerbungsschreiben ..., verschiedene Testverfahren durchführen)


Kooperationen, Kooperationspartner

-         Regionale Schule Garz „Produktives Lernen“

-       Berufliche Schule Sassnitz

-       BIZ Stralsund

-       Agentur für Arbeit Bergen auf Rügen

-       Bildungszentrum Nordost Tilzow –
 Berufsvorbereitendes Jahr

Betriebspraktika Jahrgangsstufe 8/9/10BR

-         absolvieren eines Schülerbetriebspraktikums: (die Teilnahme ist Pflicht)

Klasse 8            –   5 Arbeitstage im Block

Klasse 9/10BR – 10 Arbeitstage im Block
                und 14-tägig ein schulpraktischer Tag in
                einem Betrieb ihrer Wahl

allgemeine Ziele:

-         Kennenlernen des Arbeitsalltags

-         betriebliche Abläufe in den Firmen /
                Unternehmen
erfassen

-         Inhalte von Berufsbildern ermitteln

-         eigene Leistungsfähigkeit erkennen

-         berufliche Perspektive bedenken


Notwendigkeit einer sorgfältigen unterrichtlichen Vor- und Nachbereitung:

-         die Schülerin bzw. den Schüler in die Lage zu versetzen, Informationen, Beobachtungen und Erfahrungen festzuhalten und zu ordnen (Berufswahlpass)

-         Durchführung aktenkundiger Belehrungen, Betreuung der Schülerinnen bzw. Schüler während des Praktikums durch die verantwortliche Lehrkraft

-         Auswertung der Erfahrungen der Schüler nach dem Praktikum im Unterricht

-         vorstellen der Praktikumsergebnisse durch die Schüler in geeigneter Form

-         Nutzen der Praktikumsergebnisse für den weiterführenden Unterricht

Vorbereitung auf konkrete Berufe - wie:

-         Teilfacharbeiter im Handwerk, Baugewerbe, Handel, Tourismus, in Land- und

Forstwirtschaft, Dienstleistungen



Angebote: Zusammenarbeit mit Betrieben

-     Teilnahme am „Girls´day Mädchen-Zukunftstag“

-     Teilnahme am „Boys´day Jungen-Zukunftstag“

-     Durchführung der Projekttage „Berufe der Insel Rügen“



Wünsche für die Arbeit unserer Schule in Bezug auf die Berufsorientierung:

-    keine Einschränkungen für Schüler im Förderbereich Lernen bei der Umsetzung von Projekten in der Berufsvorbereitung

-    mehr Informationen über Projekte, die insbesondere auf unsere Schülerpopulation zugeschnitten ist


Berufsorientierung (BO) lässt sich definieren als ein lebenslanger Prozess der Annäherung und Abstimmung zwischen Interessen, Wünschen, Wissen und Können des Individuums auf der einen und Möglichkeiten, Bedarfen und Anforderungen der Arbeits- und Berufswelt auf der anderen Seite. Beide Seiten, und damit auch der Prozess der Berufsorientierung, sind sowohl von gesellschaftlichen Werten, Normen und Ansprüchen, die wiederum einem ständigen Wandel unterliegen, als auch den technologischen und sozialen Entwicklungen im Wirtschafts- und Beschäftigungssystem geprägt.



Dem sollte ein allgemein bildender Berufsorientierungs-unterricht entgegenwirken. Ein allgemein bildender berufsorientierender Unterricht fügt dementsprechend die Auseinandersetzung mit der Arbeits- und Berufswelt in den allgemeinen lebensweltlichen Kontext der Jugendlichen ein. Er dient dem Ziel, Informationen, Kenntnisse und Erfahrungen vor dem Hintergrund gesellschaftlicher, betrieblicher und persönlicher Interessen und Wertigkeiten interpretieren, bewerten und in eigenverantwortliches und zielgerichtetes Handeln übersetzen zu können. Jugendliche werden darin gestärkt, ihre individuelle Arbeits- und Berufsbiografie selbst gestalten zu können, wobei ein umfassender Arbeitsbegriff zu Grunde gelegt wird, der auch nicht entlohnte Tätigkeiten wie Haus- bzw. Eigen- und Bürgerarbeit umfasst. (Famulla / Butz 2005)

Berufsorientierung ist somit ein Lernprozess, der sowohl in formellen, organisierten Lernumgebungen als auch informell im alltäglichen Lebensumfeld stattfindet. Diese informellen Lernprozesse stellen gerade im Hinblick auf Jugendliche mit besonderem Förderbedarf im Bereich des Lernens und sozialen Verhaltens eine besondere Herausforderung für den berufsorientierenden Unterricht dar, da diese Jugendlichen häufig aus bildungsfernen Schichten stammen und in einem sozialen Umfeld zu Hause sind, in dem die Ausübung von Erwerbsarbeit keine Selbstverständlichkeit darstellt.(vgl. Pfahl 2004:1)


Nicht nur unter einem pädagogischen Anspruch, sondern auch aufgrund der Unplanbarkeit zukünftiger Erfordernisse und Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt darf die Auseinandersetzung mit der Arbeitswelt nicht auf ein Anpassen an kurzfristige wirtschaftliche Bedürfnislagen hinauslaufen.


Wenn man jungen Menschen wirklich die Möglichkeit zu einem selbstständigen
Leben eröffnen möchte, darf ein berufs-orientierender Unterricht die Ziele

• Lebenschancen zu eröffnen und zu erweitern,

• Verständnis und Einsicht, auch im Zusammenleben

   mit anderen, zu fördern,

• Handlungsoptionen zu verdeutlichen sowie

   Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit zu steigern

   sowie

• Eigenverantwortung und Selbstständigkeit zu

   stärken,

unabhängig vom kognitiven und sozialen Leistungsvermögen des Jugendlichen nicht aus den Augen verlieren.


 
 
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